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Diabetes und Parodontitis: Eine folgenschwere Wechselwirkung

Rund 10 Prozent der Bevölkerung in Deutschland lebt mit der chronisch verlaufenden Stoffwechselerkrankung Diabetes. Die Erkrankung hat weitreichende Auswirkungen auf andere Bereiche des Körpers und geht meist mit einer Reihe Begleit- bzw. Folgeerkrankungen einher.

Schon länger weiß man in der Zahn- und Humanmedizin, dass sich hohe Blutzuckerwerte auch auf die Mundgesundheit auswirken. „Aus der täglichen Praxis wissen wir, dass Diabetiker, vor allem, wenn sie schlecht eingestellt sind, an Parodontitis leiden“, bestätigt Zahnärztin Dr. Mikaela Männich und erklärt, „Parodontitis entsteht durch Bakterien des Zahnbelags (Plaque) und bedingt eine entzündliche Zerstörung des Zahnhalteapparats. Parodontitis kann jeder bekommen, aber im Vergleich zu einem Nicht-Diabetiker haben Diabetiker ein 3-fach erhöhtes Risiko an Parodontitis zu erkranken. Ein über lange Zeit, vielleicht sogar chronisch erhöhter Blutzuckerspiegel belastet den Zahnhalteapparat des Patienten, schwächt sein Immunsystem und begünstigt so Infektionen im Mund.“

Mit Diabetes und Parodontitis treffen zwei Volkskrankheiten aufeinander, die nicht nur die Lebensqualität beeinträchtigen und schwerwiegende Erkrankungen begünstigen können, sie können sich auch noch wechselseitig beeinflussen und verstärken. So zeigen neueste Erkenntnisse, dass  auch Parodontitis einen negativen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel hat. Die Entzündungen können die Wirkung des Insulins verringern und erschweren so die so wichtige Einstellung der Blutzuckerwerte.

Eine folgenschwere Wechselwirkung, die nun dazu geführt hat, dass Parodontitis als sechste klassische Folgeerkrankung des Diabetes anerkannt wurde. „Parodontitis wird außerdem mit anderen Folgeerkrankungen der Diabetes in Zusammenhang gebracht und kann beispielsweise das sowieso schon erhöhte Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall noch zusätzlich erhöhen,“ so die Krefelder Zahnärztin und weißt daraufhin, dass Diabetiker ihren Zahnarzt unbedingt über die Erkrankung informieren sollten, denn mit speziellen Prophylaxemaßnahmen, einer regelmäßigen professionellen Zahnreinigung kann man einer Parodontitis vorbeugen oder frühzeitig erkannte Zahnbettentzündungen behandeln.„In besonders schweren Parodontitisfällen führen wir eine Parodontaltherapie durch“, erklärt Dr. Mikaela Männich, „Gerade bei Patienten, deren Blutzucker gut eingestellt ist, ist diese Therapie genauso erfolgreich wie bei Patienten die nicht an Diabetes erkrankt sind.“

In der Zahnarztpraxis von Dr. Mikaela Männich ist auch Anita Blesin Ansprechpartnerin für Patienten mit Diabetes. Die Prophylaxefachkraft ist diesbezüglich ausgebildet und betreut die Diabetes-Sprechstunde vor Ort. Dazu gehört u. a. eine ausführliche Untersuchung der Zähne sowie des Zahnhalteapparates. In einem individuellen Beratungsgespräch wird speziell über die Wechselwirkungen von Parodontitis und Diabetes informiert, mögliche Prophylaxe- und Therapieansätze besprochen sowie Mundhygiene und ggfs. über Zahnersatzes durch Implantate bei Diabetikern aufgeklärt

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