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Milchzähne: Ihre Bedeutung wird immer noch zu oft unterschätzt

„Sind die ersten Zähnchen endlich da, ist die Freude groß. Leider wird dem notwendigen Schutz der Milchzähne oftmals nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt. Sie werden als Platzhalter für die nachfolgenden bleibenden Zähne zwar verstanden, aber die Konsequenzen, die sich aus erkrankten oder gar abgestorbenen, schwarzen Milchzähnen für das spätere Gebiss ergeben, ist vielen Eltern nicht bewusst,“ so Zahnärztin Dr. Mikaela Männich.

Wer also glaubt, Milchzähne seien nicht so wichtig wie die bleibende Zähne, der täuscht. Milchzähne haben eben nicht nur eine wichtige Bedeutung als Platzhalterfunktion, sie haben auch einen großen Einfluss auf die Sprachentwicklung und besonders auf die allgemeine Gesundheit eines Kindes. Heute weiß man, dass Kinder, deren Milchzähne an Karies erkrankt, z. B.  sind häufig Infektanfälliger sind.

Dabei kommt niemand mit Karies auf die Welt. Wer Karies hat, der hat sich, irgendwann in seinem Leben, damit angesteckt, z.B. wenn Eltern gutgemeint den Schnuller sauber lecken oder den Babybrei mit dem Babylöffel probieren. Grundsätzlich ist die Karies-Anfälligkeit bei Kindern nicht höher als bei Erwachsenen. Milchzähne sind aber nicht so robust wie bleibende Zähne. Ihr Zahnschmelz ist viel dünner, so dass sich Karies hier sehr schnell „durchfressen“ kann und in der Regel sind dann auch gleich mehrere Zähne betroffen. Hat Karies also einmal begonnen, geht es meist ganz schnell. Ist er an der Wurzel des Milchzahns angekommen, kann es nicht nur zu schmerzhaften Infektionen kommen, auch das Wachstum und die Gesundheit des darunter liegenden Nachfolgezahns beeinflussen oder gar verhindern. „Schäden an Milchzähnen sollten schnellst möglich vom Zahnarzt behandelt werden,“ rät Mikaela Männich, „In unserer Praxis versuchen wir erkrankte Milchzähne unserer kleinen Patienten so zu behandeln, dass sie so lange wie möglich erhalten bleiben. In besonders schweren Fällen, bietet uns die moderne Zahnmedizin und -technik heute mit Milchzahnkronen, speziellen Wurzelbehandlungen oder Kinderprothesen, Möglichkeiten geschädigte Milchzähne so zu erhalten, dass Folgeschäden vermieden oder zumindest deutlich minimiert werden können.“

Damit es gar nicht erst so weit kommt, können Eltern frühzeitig einiges für die Zahngesundheit ihres Kindes tun.

  • Schnuller, Nuckel, Löffel oder ähnliches nicht ablecken
  • Tägliche Zahnpflege ab dem ersten Milchzahn
  • Sind die ersten Milchzähne da, sollte der erste Kontrollbesuch beim Zahnarzt erfolgen
  • keine gesüßten Tees, Kakao, Säfte oder Schorlen aus der Nuckelflasche reichen, stattdessen ungesüsste Tees oder Wasser und am besten das Kind so früh wie möglich daran gewöhnen aus einem Becher zu trinken
  • auf zucker- und stärkehaltige Snacks verzichten, lieber Rohkost anbieten
  • bei ersten Anzeichen von Schäden an den Milchzähnen, sollte die sofort behandelt werden, damit sich Karies nicht auf die nachfolgenden Zähne übertragen kann.
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